Ohje, geht das zusammen?

Schließt es sich aus, weil Business ist doch hart und Ellbogenkampf, männlich und leistungsorientiert. Auf Profit ausgelegt.

Hier gelten Zahlen, Daten, Fakten und was bleibt unterm Strich übrig?

Gefühle, Emotionen, zutiefst menschliches Verständnis, ein harmonisches Miteinander sucht man selbst in Firmen, die sich Familientraditionsunternehmen nennen, oftmals vergeblich.

Spiritualität gilt hier oft noch als Weicheigedöns und Frauenquatsch.

Am besten geben wir unser Privatleben – das, was uns ausmacht, das, wofür wir privat geliebt und geschätzt werden – an der Firmentür ab und gehen als gut funktionierende Auftragserfüller und Befehlsempfänger hinein.

Solchen Unternehmen und Unternehmern zu verklickern, dass jeder Mensch grundsätzlich spirituell ist und wir (vorausgesetzt, wir würden es zulassen und anerkennen) es alle viel leichter haben könnten, ist vergebene Liebesmühe. Das stößt hier auf taube Ohren.

Sätze wie “ich habe andere Probleme, als mich mit Befindlichkeiten und nicht greifbaren Dingen zu beschäftigen, ich muss meine Mitarbeiter bezahlen, die Firma vorantreiben und Gewinne erzielen” machen deutlich, wie der Unternehmer denkt.

Was wäre, wenn er wüsste oder anerkennen könnte, dass auch er und vor allem seine Firma es deutlich leichter haben könnten? Nein, das würde er nicht glauben, schließlich muss hart für Geld gearbeitet werden und gute Leute gibt es eh kaum, alle faul und doof.

AHA.

Was er oder sie mit dieser Geisteshaltung ausstrahlt und aussendet, ist ihnen völlig fremd.

Dass ein Unternehmen entschieden runder läuft, wenn Spiritualität und Unternehmertum gemeinsam spielen, Intuition zugelassen wird und Menschsein gelebt wird, das will kaum jemand hören.

Burnout, Herzinfarkte, Schlaganfälle und hohe Krankheitsraten werden einfach weiter hingenommen. Druck, Druck, Druck und dann kommt das große Wundern. Leider müssen viele erst tatsächlich einen ordentlichen Schubs vor den Bug erhalten, ehe sie erkennen, wow, wie habe ich nur gelebt, war das die Firma wert?

“Wo ist mein Leben hin, warum habe ich mich nicht um meine Bedürfnisse, meine Familie und Freunde gekümmert?”

Nicht selten schwenken hier Vorstandsvorsitzende, Konzernchefs und hoch dotierte Manager auf eine ganz neue Lebensweise um, verkaufen ihre Besitztümer und gehen in sich. Besitz ist ein beliebtes Wort bei Erfolgsmenschen.

Der harte Klang des Wortes Besitz macht es bereits deutlich, es wird etwas be-sessen. Da sitzt jemand auf seinen Prinzipien, auf seinem Geld, auf seinem Image usw.

Nun bedeutet Spiritualität aber keinesfalls Esoterisches oder weichgespültes Tutzel-Tutzel-Denken oder Handeln.

Was bedeutet Spiritualität?

Spiritualität bedeutet, dass Du Dir Deines Seins bewusst bist, zu verstehen, warum Konflikte entstehen, wie wir unserer Erde helfen können.

Spirituell sein heißt, sich darüber im Klaren zu sein, wie Krankheiten entstehen, welche Belastungen welche körperlichen und psychischen aber auch physischen Beschwerden entstehen lassen. Ebenfalls bedeutet es, sich um sich selbst, um seine Gedanken zu kümmern, zu wissen, dass wir selbst alles steuern: Gefühle, Zustände, Umstände.

Auch bedeutet es zu wissen, dass Du Dich nicht von der schlechten Laune anderer herunterziehen lassen musst. Abgrenzung erlernen; Abgrenzung zu Dauerjammerern, Nörglern, zu allen negativen Menschen.

Lotusblüte

Negativ heißt jetzt: Menschen, die immer nur das Schlechte sehen, sich in Plattittüden über Gott und die Schlechtigkeit der Welt (Menschheit), der Politiker und Machthaber, der Pharmaindustrie und Tierquäler ergehen. Meist steckt nur gefährliches Halbwissen dahinter, wenn überhaupt – die meisten plappern einfach nur nach, was sie an diesem Tag bereits 100x gehört haben, in Nachrichten, von Kollegen usw.

Aber

Sie wissen nicht, wie sie sich mit der ständigen Wiederholung dieser platten Phrasen selbst programmieren und vor allem krank machen. Dieses Wissen darum bedeutet ebenfalls Spiritualität.

Dummerweise kann man Spiritualität nicht erlernen. Wir haben sie, und sobald wir sie zulassen, in uns hinein hören, möglichst bevor wir todkrank sind, kann sie uns so viel weiterbringen.

Es beginnt mit Deinen Gedanken, und ja, Du kannst sie steuern. Es äußert sich in Deiner Wortwahl, Deiner Körperhaltung, Deinem Mindset und nicht zuletzt spiegelt Dein Leben Dir ständig, was Du lassen solltest oder wovon Du mehr tun solltest.

Musst nur mal hinsehen, genau hinsehen. Nicht zuballern, mit Fernsehen, lauter Musik, Ablenkungen aller Art. Stille. Ab und zu in die Stille gehen.

Augen zu und für 3 Minuten in Dich hinein hören oder einfach mal nur Sein, das reicht für den Anfang. Später dann hörst Du die Sprache Deines Herzens, am Anfang oft noch nicht.

Spiritualität bedeutet nicht, ständig GEGEN etwas zu kämpfen, nicht gegen das an zu arbeiten, was Du nicht haben willst, sondern ganz bewusst den Ist–Zustand zu akzeptieren; nicht werten, nur akzeptieren, Dir nur anschauen, was IST – und dann festzulegen, wie Du es denn lieber hättest.

Was kannst Du heute tun, um einen bestimmten Umstand oder Zustand zu ändern?

Nun, zunächst einmal kannst Du anders über diesen Umstand denken. Nicht schimpfen, verurteilen, wegdrängen, löschen wollen, sondern annehmen und sagen, okay, Du bist jetzt hier, was auch immer Du mir damit sagen willst, ich nehme es an und lenke nun sanft, vertrauend und mit Hingabe auf das, was ich stattdessen möchte.

Dabei ist es ganz egal, ob es Mitarbeiter sind, die Dir oder dem Unternehmen schaden, ob es der verschwindend geringe Kontostand ist, die Schwiegermutter, der ständig unzufriedene Partner oder die Wohnung, in der Du lebst. Kämpfe nicht gegen den Ist-Zustand, sondern lenke deine Aufmerksamkeit auf den gewünschten Zustand. Es ist egal, warum es jetzt ist, wie es ist. Suche auch keine Schuld, das kostet Energie und bringt nichts.

Tempel

Suche nach Chancen, Möglichkeiten, Gelegenheiten und Geschenken des Alltags, die Dich in die neue Richtung hin zu Deinem Wunschzustand lenken. Und vor allem, mach du zuerst etwas anders.

Legst Du Dich immer mit dem Chef an? Behandle ihn morgen mal anders. Das gelingt, wenn Du dich fragst, warum Du immer aneckst. Wo triggert er Dich? Und frage Dich, warum Dich das auf die Palme bringt. Er wird es weiterhin tun, Du musst aber nicht immer wieder gleich darauf reagieren.

Du hast die Macht anders zu reagieren, Dich nicht in einen schlechten Zustand bringen zu lassen. Dazu bist Du nicht verpflichtet. Deine Gefühle kannst nur Du steuern.

Indem Du darüber nachdenkst, warum Du jetzt wütend oder traurig, enttäuscht oder genervt bist, bist Du bereits nicht mehr wütend, traurig oder genervt.

So einfach kann das sein. Du kannst Deine Gefühle steuern, sie sind nicht Dein Chef. Du musst Dich auch Deiner eigenen schlechten Laune nicht hingeben, sie ist doch keine größere, höhere Macht, der Du ausgeliefert bist. Ja, all das ist Spiritualität – guck, so schlimm ist das doch gar nicht, oder?

Mystisch oder abgehoben schon mal gar nicht. Es bedeutet nichts weiter als Dein Innenleben kennen zu lernen und Dich ein wenig danach auszurichten.

Nicht einfach was nachplappern, sondern hinterfragen.

Die Frage nach dem “Wie geht’s” mal anders stellen, mal wirklich zuhören, ohne einfach nur schnell Deinen Mist loswerden zu wollen.

Den anderen nicht nach seinem Urlaub fragen, nur um zu erzählen, dass Du schon viermal auf Bali warst, den anderen nach seiner Gesundheit zu fragen (nicht nach seiner Krankheit – das macht schon den ersten Unterschied) ohne gleich zu erzählen, dass Deine Krankheiten viiiiiiel schlimmer waren.

Aktives Zuhören ist bereits ein Fragment der Spiritualität. Einfach ganz und gar bei dem anderen zu sein, sich einzufühlen ohne bereits an Dein Parkticket zu denken.

Da beginnt Spiritualität. Du kannst sie leben, ohne abgehoben zu sein, ohne als durchgeknallt zu gelten, ohne Räucherstäbchen und Regentanz.

Spirit heißt nichts anderes als Geist.

Wes Geistes Kind also bist Du?

Ein bewusstes oder ein ferngesteuertes, funktionierendes, nicht hinterfragendes Wesen, eines, das sich leicht führen lässt, nur brav ist und mit der Herde läuft. Glaubst Du, das ist Spiritualität? Weit gefehlt.

Ohne Spirit geht es Dir bei weitem schlechter, denn dann bist Du abhängig vom Außen, und zwar von allem, was dort vor sich geht. Denke also ruhig noch mal darüber nach, ob es nicht lohnt, Deine Spiritualität zuzulassen, sie zu spüren und so ganz langsam immer bewusster zu sein.

Vater und Sohn am Strand

Selbstbewusstsein heißt SICH SEINER SELBST BEWUSST ZU SEIN. So wie Du bist, ist es gut, hat seinen Sinn und seine Richtigkeit – aber Du darfst jederzeit ruhiger werden, mehr Verständnis üben, weniger urteilen, mehr Dankbarkeit spüren, öfter bei Dir und mit Dir sein 🙂

Dort kann es verdammt schön sein, probiere es mal aus. Die kommenden Tage eignen sich hervorragend dazu.

Fang mit der einfachsten und naheliegendsten Frage an. Wie willst Du Weihnachten wirklich am liebsten verbringen?

Freust Du Dich wirklich über die Menschen, die Du an Weihnachten alle treffen wirst, oder bist Du froh, wenn das alles endlich wieder vorbei ist?

Na, magst Du so richtig ehrlich zu Dir sein? Dir selbst anvertrauen, ob Du es für Dich oder für die anderen tust? Oder stellst Du fest, dass Du Dich alles noch nie gefragt hast, weil „man“ es ja so machen muss(!) ?

Schreib doch mal, wie es wirklich in Dir aussieht.